Kaum ließen wir den Großraum München an uns vorbei ziehen , ragten da am Horizont die ersten Bergketten hervor. Die Dörfchen welche wir nun passierten, versetzen uns zurück in die Bilderbücher von „Heidi und ihrer Welt der Berge“. Auf der Brennerautobahn wurde dieses Panorama mit seinen kleinen Spitzturmkirchen und „Mönchklöstern“ immer unwirklicher. Aus dieser harmonischen Idylle holte uns dann jedoch schnell die südeuropäische Art des Autofahrens heraus. Mein Kumpel Micha und ich beschlossen uns dann einfach dem Luigi-Fahrstil anzupassen. Bozen selber ist ein moderne Stadt mittlerer Größe, einer wunderschönen Altstadt und Hunderten von Weinhängen. Den Samstag nutzen wir zum Stadtbummel und genossen das warme Frühlingswetter. Zum Abendessen lud uns eine Freundin zu sich nach Hause ein, sodass wir bei Pasta und Rotwein J den Tag ausklingen ließen. Auf unserem von Weinbergen umgebenen Campingplatz erwachten wir durch den Gesang „frühlingsverwirrter“ Vögel und einer in der Nachbarschaft trainierenden Opernsängerin. Nun die Frage, wer sang besser?
Nach kurzer Irrfahrt, gelangten wir überpünktlich zu dem Lago di Monticolo.
Was soll ich dazu noch sagen. Bergseen sind nun mal Anfang Mai kein warmer Wirrpool.
Die Kälte und unsere aufgewundenen Füße lohnten sich dafür allemal. Johannes erkämpfte sich trotz Wadenkrämpfen einen super 3. Platz (0:59h) in seiner Altersklasse. Meine Hände waren insgesamt die Vierten (0:51h), die nach 4,5 Kilometer Langstreckenschwimmen, einen heißen Becher Zitronentee dankbar entgegennahmen. Die „Betreuung“ war fantastig! Da nur drei Masters schneller durch Wasser zogen, konnte ich mich über einen Juniorentitel freuen. Zur Siegerehrung gab es für uns zwei Pokale, Packungen von Bio(!)-Äpfel, T-Shirts und natürlich vollmundig-leckeren Rotwein. Welch Paradies bot sich uns auf!
Fazit: So schnell dieser Kurztrip auch sein Ende nahm, wird der „Bozener Frühling“ noch lange in unseren Erinnerung Bestand behalten. Ich gedenke, wiederkommen!
Auf Rückfahrt ließen wir es ganz „entspannt“ angehen, hörten so bayrische Landwirtschaftssendungen über die weltentscheidende Gefahr der Maikäferinvasion und erholten uns einfach von diesem traumhaft schönen Wochenende !!!
Martin Schütze

